Pyrenäen Espania 1
49. Reisetag
31.05.2007 Loudenvielle > Espania
Wir werden morgens durch laute Trecker, Bagger und sonst welche Geräusche geweckt. In der Nacht haben wir unruhig geschlafen und nun das auch noch. Dazu hören wir die Regentropfen auf das Wohnmobil trommeln. Das reicht uns und Astrid macht den Vorschlag nach Spanien zu fahren.
Die Grenze ist nur 40 km von uns entfernt und 60 km weiter hat sie auf der Landkarte einige Seen entdeckt. Eigentlich hatte ich gedacht noch ein wenig in den Pyrenäen zu bleiben aber das Wetter ist der entscheidende Faktor.
Über Arreau erreichen wir Saint Lary und schnell befinden wir uns im Anstieg zum Bielsa-Tunnel. Die Serpentinestraße ist wunderschön angelegt und es geht mächtig bergan. Aber auch die großen LKWs fahren hierher und in den Kehren müssen wir doch aufpassen. Eine grandiose Bergwelt sehen wir zu unseren beiden Seiten. Auf über 1800 Meter über NN taucht in der Bergwand vor uns der Tunnel auf.

alter Grenzübergang am Bielsa Tunnel
Es ist ein 3 km langer, aber sehr einfacher Tunnel. Vor uns haben wir immer das Loch des Tunnelausgangs vor Augen. Irgendwann haben wir ihn erreicht und an der Grenzstation, sie ist nicht mehr besetzt, machen wir eine längere Pause. Die Weiterfahrt führt uns nun fast geradeaus, aber ständig bergab.
In Ainsa kommen wir an die großen Stauseen. Leider sind wir auf einer Schnellstraße und Standplätze sind nicht zu sehen. Nach einiger Zeit, sehen wir wie aus einer Parkbucht ein Reisemobil gerade anfährt. Es bleibt eine Zeit hinter uns und biegt auch in einen Nebenweg mit ab. Aus dem Augenwinkel erkenne ich, dass das Auto auch aus Herne kommt.
Wir biegen in der nächsten kleinen Straße ein und finden einen kleinen Standplatz.

im Bielsa-Tunnel
Schon kurz darauf kommt auch das Herner Reisemobil und hält bei uns. Sie wohnen ganz bei uns in der Nähe. Schon ein Zufall, so weit von Herne entfernt sich zu treffen. Zumal wir bisher einen einigen deutschen auf unserer Reise getroffen haben.
Standplatz: Embalse de Mediano
GPS-Daten: N42 19.050 E0 11.266
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: nein
Freies Stehen am Embalse de Mediano
50. Reisetag
01.06.2007 am Embalse de Mediano

unser 1. Standplatz in Spanien am Embalse de Mediano
Der 50. Tag unserer Reise. Wir haben, in der totalen Einsamkeit am Embalse de Mediano, gut geschlafen und nach dem Frühstück fahren wir weiter gen Süden. Am Ende des zweiten großen Stauseen, es ist der Embalse de El Grado machen wir halt und besichtigen einen kleinen Ort. Die Straßen sind hier sehr steil und für unser Wohnmobil zu schmal. Unterhalb der Staumauer finden wir vor einem Cafe einen Parkplatz und schnell sind die Fahrräder bereit gemacht für eine kleine Radtour.

El Grado
Sie führt auf kleinsten Straßen durch eine schöne Landschaft. Leider sind die Straßen hier sehr schlecht und mir schmerzen die Handgelenke vom Lenker halten. Auf der Hinfahrt hatten wir auf der anderen Seite des Sees eine imposante Kirche gesehen, Es ist der Wallfahrtsort Torreciudad.

Wallfahrtskirche Torreciudad
Nach unserer Radtour fahren wir mit dem Wohnmobil dort hoch. und besichtigen die völlig menschenleere Anlage, So scheint es uns. In den Gebäuden kommen wir nicht hinein, denn sie sind alle verschlossen und doch haben wir das Gefühl, wir werden ständig beobachtet. Astrid ist der Meinung, dass hier irgendwelche krummen Dinger laufen. Und richtig, überall sieht man Kameras und Infrarotausleuchtung.
Trotz allem ist das Bauwerk und deren Lage sehr beeindruckend. Auf dem Parkplatz, er ist völlig leer und wir wollen dort nächtigen, werden wir von einem Wachmann verscheucht. Mit dem Hinweis 2 km weiter gibt es einen Picknickplatz, dort könnten wir ja übernachten. Vielleicht hat Astrid ja Recht und in der Nacht wir ein Falschgeldtransport erwartet.
Standplatz: El Paoblo
GPS-Daten: N42 09 11.1 E0 14 40.4
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja
Freies Stehen zwischen El Poablo und Torreciudad
51. Reisetag
02.06.2007 Espania es geht zum Embalse de Barsona

beim Frühstück über unseren Köpfen
Der Picknickplatz hat sich als eine ruhige Schlafstätte heraus gestellt. Beim Frühstück werden wir von Hanggleitern unterhalten. Sie ziehen ihre Kreise über unseren Frühstückstisch. Anschließend fahren wir weiter und wollen zu einem im Reiseführer angepriesenen Picknickplatz.
Die Fahrt über den Berg erweist sich als ein einmaliges Erlebnis. Die Aussichten sind überwältigen. Tief unten der Smaragd Grüne See und im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Der Standplatz, er liegt am Embalse de Barasona an einer Mineralwasserfabrik, erweist sich als nicht so schön. Das Seeufer ist total verdreckt und es gefällt uns nicht so. Kaum haben wir unsere Stühle aufgestellt und es uns bequem gemacht, kommt ein Bulli aus Stuttgart. Der Fahrer steigt aus und meint wohl wir ständen mitten in der Fahrbahn.

Embalse de Barasona
Er wollte doch bis ans Ufer fahren. Na, ja, wir bieten im einen Stuhl an und er erzählt von Gott und die Welt. Nach mehreren Stunden rückt er wieder ab und wir machen uns auf die Weiterfahrt. In Graus, ein Ort etwas nördlich des Stausees, finden wir es nicht so schön und fahren sofort weiter. Dabei kommen wir durch eine beeindruckende Schlucht. Astrid macht eifrig Bilder. In einer größeren Stadt, kommen wir durch Zufall bei einem Aldi-Geschäft vorbei. Astrid will sofort unsere Nahrungsmittel ergänzen. War klar!
Im Reiseführer haben wir von einem Ort mit Standplätzen gelesen, Alquezar, im Parque de Sierra Y Cañones de Guara. Die Standplätze erweisen sich als schräge Busparkflächen, aber der Ort und die Kirche war echt einen Besuch wert. In dem kleinen Nachbarort Radiquero finden wir schließlich einen Platz für die Nacht.
Standplatz: Radiquero
GPS-Daten: N42 10.322 W0 00.327
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer:nein
Freies Stehen in Radiquero.
52. Reisetag
03.06.2007 Espania Parque de Sierra Y Cañones de Guara

Alquezar
Von diesem Standplatz machen wir eine 65 er Tour in einen Naturpark hinein. Die Fahrt ist super. Wir entdecken auch noch andere Standplätze. Das Ende des Tals ist eine hervorragende Ausgangsbasis für Wanderungen. So sehen es auch die Spanier und es ist alles zugeparkt. Die Rückfahrt ist genauso schön und wir setzen unser Fahrzeug um und fahren zu einem einsamen Friedhof. Die Straße ist aber sehr belebt und wir denken darüber nach, doch noch wo anders hinzufahren
Die Nacht ist ungestört. Am Morgen geht Astrid laufen und ich mache eine Zeit später einen ausgiebigen Spaziergang. Irgendwann kommt Astrid von hinten angelaufen. Wir gehen bis zum Ende des Weges und kommen zu einer tiefen Schlucht. Es geht so steil abwärts, dass man den unten fließenden Fluss, nicht sehen kann. Oben kreisen 2 Adler. Wir beschließen weiter zu dem Embalse de Sontora, einem Stausee, zu fahren.
An diesem Embalse de Sontora finden wir unterhalb der nicht enden wollenden Kilometer langen, Staumauer, einen einsamen Standplatz. Hier sind wir völlig ungestört von Autogeräuschen oder Rasenmähern. Am späten Abend machen wir mit den Trecking und Mountainbike eine Spazierfahrt über die Mauer und Umgebung. Das Land ist hier, knapp unterhalb der Pyrenäen, schon sehr verbrannt. Die Spanier haben sehr umfangreiche Bewässerungssysteme bauen müssen. Aus zig Talsperren wird das Wasser über Kanäle im ganzen Land verteilt.
Standplatz: Tormos
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja
Picknikplatz am Stausee, total ruhig

auf der Staumauer des Embalo de Sontoro
54. Reisetag
05.06.2007 Espania Embalso de Sontoro
Die Nacht war herrlich ruhig und ungestört. Heute wollen wir eine längere Strecke fahre. Auf der Landkarte habe ich einen Höhenzug, die Sierra Luna und Sierra Loana entdeckt. Es ist aber ein wenig weiter weg von uns. So wird die Radtour fast 150 km lang. Der Höhepunkt der Radtour bildet aber die Anfahrt nach dem Dörfchen Biel.

in Biel
55. Reisetag
06.06.2007 Espania Embalso de Sontonera > Embalse de la Pena
Wir stehen schon um 7 Uhr auf und gehen auf der Staumauer des Embalse de Sontonera spazieren. Nach einigen Km kommen wir auch zu der Segelschule. Es ist total still bei unserem Spaziergang. So, als ob Spanien ausgestorben ist. Um 10 Uhr sind wir zurück und machen ein ausgiebiges Frühstück. Wir wollen heute weiterfahren zum Embalso de la Pena und, wenn es geht, unterwegs einkaufen.
Auf unserer Fahrt dorthin, verpassen wir vorschriftsmäßig, die Sehenswürdige Stadt Riglos. Wir fahren einfach, gedankenlos daran vorbei. In Santa Maria finden wir keinen geeigneten Standplatz, dafür aber einen Brunnen, der uns von den Einheimischen, als Heilwasser, angepriesen wird.

Bergeinschnitt "foz de Escalete"
Schließlich landen wir in einem kleinen Ort, La Peña Estación, an einem Bahnhof. Auch am See gab es keine Möglichkeit zum Parken. Der Standplatz liegt leider in der Nähe eines Betriebes für Holzmaste. Die Imprägnierung (Teeröl) stinkt, je nach Windrichtung, bestialisch. Ein Abendspaziergang rundet den Tag ab.
Standplatz: La Pena Estacion
GPS-Daten: N42 22.868 W0 41.811
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja
Freies Stehen am kleinen Bahnhof


