24. Reisetag

die ersten 8 Station in den östlichen Pyrenäen
24. Reisetag


Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung, viele alte Häuser mit engen Gassen, überlegen wir ob wir nicht doch eine Radtour machen sollen. Der heftige Wind hat ein wenig nachgelassen und so beschließen wir eine Strecke von 60 km zu fahren. Die hohen Berge, mit Regen verhangenen Wolken, sind nun bedrohlich Nahe. Unsere Strecke führt uns nun aber von den Bergen wieder weg. Wir ändern noch kurz unsere Strecke und kommen dabei an dem, im Reiseführer beschriebenen Standplatz an der D4 vorbei. Er liegt sehr weit außerhalb der Ortschaft und ist für unsere Zwecke nicht so das richtige. Morgen wollen wir eine längere und schwerere Tour fahren.
Bericht: Radtour 016, 59 km und 800 hm
Es wird nichts mit dem Radfahren. Der Wind hat Orkanstärke und wir gehen lieber eine Runde Wandern. Das zieht sich 4-5 Stunden hin aber es ist herrlich ruhig. Abends machen wir noch bei Dunkelheit einen Spaziergang durch Lagrasse. Irgendwie eigenartig, diese alte Stadt bei Nacht. Wir kommen uns vor wie im Mittelalter. Wir sind mit lautem Froschgequarke eingeschlafen und das hat den Wind wohl ein wenig beruhigt. Unsere Radtour führt durch eine wunderschöne einsame Berglandschaft. Die Höhepunkte bilden 8 Col’s. Allerdings ist der höchste von ihnen 750 Meter. Astrid ist irgendwie nicht so gut drauf. Kein Vergleich gegenüber dem Vorjahr. In der Ferne habe ich heute Morgen die schneebedeckten Höhen der Pyrenäenriesen gesehen. Sieht schon toll aus. Morgen wollen wir weiterfahren und in einem größeren Ort einkaufen. Unsere Vorräte sind nahezu erschöpft. Bericht: Radtour 017, 110 km, 1900 hm mittelalterliche Brücke bei LagrasseStandplatz: Lagrasse
GPS-Daten: N43 05.572 E2 37.204
Versorgung: an der Feuerwehr
Entsorgung: öffentl. Toilette
Strom: nein
Abfalleimer: nein
Entsorgung in der öffentlichen Toilette, Wasser bei der Feuerwehr. (3/4" Anschluss am Gebäude rechts)

Wir haben uns nach der Weiterfahrt gut verpflegt und ausgiebig gefrühstückt. Unser Weg führt uns weiter den hohen Bergen entgegen. In Mirepoix fahren wir zu einem Wohnmobilstandplatz mit Ver- und Entsorgung, den wir im Reiseführer entdeckt haben. Der WOMO-Platz liegt an einer belebten Straßenkreuzung und es ist sehr laut.
Es gefällt uns hier nicht und wir fahren weiter zum Lac de Montbel. Herrlich gelegen und zu dieser Jahreszeit recht einsam, finden wir einen Standplatz. Die schneebedeckten Berge im Hintergrund bilden eine wunderschöne Kulisse. Ich habe ein wenig Befürchtungen, von wegen der Einsamkeit und so. Es ist aber alles gut und wir machen eine Radtour die uns in völlig abgelegene Gegenden bringt, aber immer wieder auch über viel befahrene Straßen. Am Abend stehen wir hier völlig allein und ungestört.
Rennradtour Pyrenäen 03:
Standplatz: Lac de Montbel
GPS-Daten: N42 59.013 E1 56.261
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja
Versorgung auf dem Campingplatz

28. Reisetag
Der Parkplatz hat sich als ausgezeichnet erwiesen. Ein Wohnmobil hat sich noch dazu gestellt. Nach einer Wanderung um fast den gesamten See herum gibt es auch heute eine Radtour. Unsere Tour ist heute nur leicht wellig und es ist sehr heiß heute. Meine Beine fühlen sich ganz gut an. In den kleinen Orten ist nie Jemand zu sehen und es gibt auch keine Banken. Astrid fährt schon seit Tagen das braune Rad. Es ist bestimmt 14 kg schwer. Abends ist es am See super. Wir bleiben noch eine Nacht hier und fahren erst am Freitag nach Les Mas D’Azil weiter.
Bericht: Radtour 019, 62 km, 835 hm

Im Ort zeigt sich, dass der angepriesene Standplatz aus dem Reiseführer, ein belebter Treffpunkt für die Kugelspieler ist. Es werden immer mehr. Ich schreibe ein wenig und Astrid erkundet mit dem Rad die Gegend. Sie war auch in der Grotte die mit dem Fahrzeug durchfahren werden kann. Abends suchen wir noch einen ruhigeren Standplatz. Wir werden in der Nähe des Dinosaurier-Parks fündig.
Abends, bei einem Spaziergang, entdecken wir zudem noch einen neuen Stausee. Er ist 1995 fertig gestellt worden und in unseren Karten noch nicht eingezeichnet. Er hat zudem einen ausgezeichneten Parkplatz. Leider ist er sehr einsam gelegen und so verzichten wir auf die Übernachtung hier.
Standplatz: Le Masd'Azil
GPS-Daten: N43 04.722 E1 22.529
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: nein

Heute ist wieder Radeln angesagt und ich habe eine 70er Runde ausgearbeitet. Sie erweist sich als mittelschwere Tour. Der Himmel ist erst reichlich bedeckt, wird dann aber immer klarer und wir erleben eine super Radtour. Am Abend fahren wir nach Saint Girons weiter. Es ist ein Wintersportort und hoffentlich ist dort nicht allzu viel los.
Bericht: Radtour 020, 70 km, 1200 hm
Wir sind schon einen Monat unterwegs und es wird Zeit, dass die Radtouren schwerer werden.
In Saint Girons ist der Stellplatz Scheiße, genau wie Astrid die die Entsorgung vornimmt. (N42 59 22.1 E1 08 19.3) Von 2 Möglichkeiten nimmt sie die falsche. Unsere Fäkalien bleiben als Haufen oben auf dem Gitter liegen. Wir haben einige Mühe das wieder zu beseitigen. Mit ein paar Tränen in den Augen müssen wir mit ansehen, wie unsere alten Bekannten im Gully verschwinden. Wir sind ein wenig genervt, zudem ist der Strom auch alle. Wir beschließen den Campingplatz in Eycheil, unweit von Saint Girons, anzufahren.
Noch am Nachmittag steht unsere erste Rennradtour in den Pyrenäen auf dem Programm. Sie führt uns zu einem ehemaligen Zielort der TdF, Guzet-Neige. Es ist ein kleiner Wintersportort und im Sommer fast ausgestorben. Bei der Weiterfahrt kommen wir noch über den Col de Latrape und durch den kleinen, beschaulichen Badeort Aulus les Bains. Das wir im September noch einmal hier sein werden wäre uns auch nicht in den Sinn gekommen. Bericht: Radtour 021, 82 km, 1360 hmStandplatz: Campingplatz Eychail
GPS-Daten: N42 58.456 E1 09.966
Versorgung: ja
Entsorgung: ja
Strom: ja
Abfalleimer: ja

Auf der Suche nach einem Standplatz fahren wir weiter nach Westen das Tal der Le Lez hoch. Schon nach wenigen Kilometern in Engomer zweigt rechts eine kleine Straße (D 204 a) ab. Wir versuchen unser Glück und biegen dort ein. Schnell steigt die Straße an und wir erreichen ein kleines Bergdorf. Durch sehr enge Gassen fahren wir bis zum Ortsende. Dort ist auch die Straße zu Ende und Wendemöglichkeiten gibt es keine. So müssen wir alles in Rückwärtsfahrt erledigen.

Castillon
Astrid geht vorher und weist mich durch die engen Gassen. Nach dieser Aufregung fahren wir weiter und finden in Castillion am Marktplatz ein ruhiges Plätzchen. Morgens werden wir, von den Regentropfen und den Müttern, die ihre Kinder zum Kindergarten bringen, geweckt. Regentag. Erst mittags lässt der Regen nach und wir machen einen Wandertag. Er führt uns durch den Ort zu einer Kirche (San Piere de Castillion 14. Jahrhundert) aus dem frühen Mittelalter. Ein Schild zum Col de Seat erweckt unsere Aufmerksamkeit. Der Fußmarsch führt uns auf sehr steiler Straße hoch über den Ort..
Standplatz: Castillon
GPS-Daten: N42 55.108 E1 01.904
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja

Heute habe ich eine Radtour zu 2 Bergdörfern, über den Col de Core und 2 weitere kleinere Cols fertig gemacht. Die Strecke führt uns Talaufwärts und nach 7 km geht es, auf einer ganz kleinen Straße, in Serpentinen hoch nach Uchentein. Die weiternen Cols dieser Radtour Col de la Core, Catchaudegue und Col de Portech.
Abends fahren wir das Tal 10 km höher nach Bonac. Dort haben wir einen einsameren und ruhigeren Standplatz entdeckt. Von hier aus wollen wir weitere Rennradtouren in dieser Gegend machen. Stehen doch der Col Portet D’Aspet, Col de Mentè und die Ostauffahrt des Col de Core auf unserer Wunschliste.
Bericht: Radtour 022, 85 km, 2110 hm
GPS-Daten: N42 52.521 E0 58.544
Versorgung: nein
Entsorgung: öffentl. Toilette
Strom: nein
Abfalleimer: ja

es regnet, aus diesem Grund gehen wir Spazieren. Pause muss auch sein, denken wir und kommen nach 8 Stunden wieder zum WOMO zurück.

Der Standplatz in Bonac ist super. Es ist wohl ein neu eingerichteter Wohnmobilstandplatz und noch nicht ganz fertig. Er liegt an einem See und das nächste Haus ist 400 Meter weg. Unsere Gasflasche ist alle und wir besorgen uns bei dem Kaufmann im Ort eine neue. Astrid hat das Gespräch gemanagt. Die Flasche ist etwas größer und passt soeben in den Flaschenkasten.
GPS-Daten: N42 52.521 E0 58.544
Versorgung: nein
Entsorgung: öffentliche Toilette
Strom: nein
Abfalleimer: ja

Heute wollen wir eine 4 Pässe-Tour fahren. Es wird die schwerste Tour bislang. Sie führt bei sonnigem Wetter über den Col de Portet d\'Aspet, Col de Menté (1450 Meter) Col de Ares und noch einmal Col de Portet d\'Aspet. Die Westseite hat eine mittlere Steigung von 9,7%. Es ist super gelaufen. Abends an Astrids Rennrad das Ritzelpaket, die Kette und den Mantel gewechselt. Das Ersatzrad, was wir bei haben ist Schrott und zu Hause haben wir die Neuen.
Bericht: Radtour 023, 117 km, 2900 hm

Ruhetag, eigentlich, Astrid möchte zu gerne den Étang D\'Araing, ein Bergsee auf 1950 Meter über den Meer sehen. Da sie auf ihren GPS einen Fahrweg verzeichnet hat, ringe ich mich dazu durch sie zu begleiten. Am Ende des Tals ist der Fahrweg aber zu Ende. Es geht über einem Trampelfahrt steil bergan. Es hat ein wenig zu nieseln begonnen und der Wald kommt mit vor wie ein Tropenwald. Es ist zudem sehr schwül dabei und die heftige Steigung tut ihr übriges.
Der Regen wird stärker und der Wald hört irgendwann auf. Wir sind über der Baumgrenze und der Pfad ist nun recht glitschig. Mit einen mal sehen wir Reste einer Seilbahn. Warum sie wohl aufgegeben wurde? Nach einer weiteren Stunde kommen wir zu der Bergstation, es ist alles verfallen und Schrott wo man nur hinsieht. Wir gehen weiter bergan und haben nun die Erklärung für das Durcheinander gefunden. Hier oben war wohl einmal ein Abbaugebiet, der Stollen ist zugemauert, für irgendein Material, Stein, Erz oder ähnliches. Auch hier ist alles zerstört und verfallen. Es regnet nun immer fester und wir befinden uns in einer dichten Wolkendecke.
Ich überrede Astrid zur Umkehr, denn man sieht sowieso nichts. Der Abstieg ist zwar nicht so anstrengend aber erweist sich als viel schwieriger. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht stürzen, denn es ist glatt wie Schmierseife. Als wir nach langer Zeit am Wagen ankommen, sind wir durch nass und haben alle Mühe uns der Sachen zu entledigen. Wir fahren zurück nach Bonac und wollen morgen von dort den Col de Core, Latrappe, Guzet-Neige und die Ostseite Core fahren

Es ist herrliches Wetter und unsere Runde soll uns über 4 harte Anstiege führen. Im Anstieg zum Col de la Core treffen wir einige weitere Radler. Schade das wir uns wegen Sprachprobleme nicht unterhalten können. Vor Aulus les Bains kommt heftiger Wind auf und der Himmel hat sich zugezogen. So lassen wir von unserem Vorhaben ab, auch noch nach Guzet-Neige hinauf zu fahren. Col de Latrape und der Rückweg über die Ostauffahrt vom Col de la Core sind genug für Heute.
Bericht: Radtour 024, 105 km, 2500 hm

Wir beschließen in Bonac noch einen Trödeltag einzulegen. Unser Standplatz ist zu schön um in zu verlassen. Wir genießen den Tag am See und machen aber noch einen langen Spaziergang in ein Nebental.

Morgen wollen wir weiter, es geht zu dem alten Badeort Bagnères de Luchon
Heute fahren wir weiter nach Bagnères de Luchon. Der Sprit reicht nicht mehr allzu weit und so nehmen wir den kürzesten Weg. Er führt uns über den Col Protet d\'Aspet. Auf einmal taucht vor uns im Anstieg eine Radlerin auf die noch eine Person (wir glaubten die Oma) auf dem Gepäckträger hat. Sie fährt in Schlangenlinien den Pass hoch. Unbegreiflich was sich so manch eine Radlerin, aufhalst. Sie ist nicht alleine unterwegs und vor ihr sehen wir dann noch 2 schwer bepackte Radlerinnen. Die Oma stellte sich dann aber doch als Kind heraus.
In Luchon finden wir den im Reiseführer beschriebenen Standplatz auf Anhieb. Zuvor ergänzen wir in einem Intermarche unsere Vorräte. Am Nachmittag machen wir noch einen schönen Spaziergang durch den Kurort und haben zum ersten Mal auf unserer Reise, Zugriff aufs Internet.
GPS-Daten: N42 47.723 E0 35.947
Versorgung: ja
Entsorgung: ja
Strom: ja
Abfalleimer: ja
offizieller WOMO-Standplatz, gebührenpflichtig, wird überprüft!

Standplatz in Bagneres de Luchon
23.05.2007 Luchon
Astrid möchte mit dem Rad nach Spanien und so führt unsere erste Radtour zum Col de Portilon. Leider ist er wegen Bauarbeiten kurz vor der Passhöhe gesperrt. So erleben wir eine von Autos ungestörte Passfahrt, die sich als sehr steil erweist. Da wir hier nicht mehr weiterkommen beschließen wir dafür den Superbagnères zu fahren. Das ist das Skizentrum hoch über Bagnères de Luchon. Doch leider müssen wir die Auffahrt wegen einsetzendem Regen abbrechen.
Zu unserer Verwunderung hört es aber, je tiefer wir kommen, auf zu regnen und in Luchon finden wir trockene Straßen vor. Den Rest des Tages verbringen wir am Wohnmobil. Der Platz ist voller Wohnmobile und die Franzosen gehen fast allesamt dem beliebten Kugelspiel nach. Deutsche Wohnmobile können wir nirgends entdecken.
Bericht: Radtour 025, 23 km, 1140 hm
Bei unserem Einkauf (Lidl) werde ich von einem, vor dem Laden sitzendem Mann angesprochen. Ach du Scheiße, denke ich, er will etwas von dir und ich kann ihm garnicht antworten. Bin dabei so auf französisch fixiert und merke garnicht, dass er deutsch spricht. Ich versuche ihm verständlich zu machen, dass ich deutscher bin und leider die Sprache unseres Gastlandes nicht spreche. "Das merke ich, sagt er, darum frage ich ja auf deutsch wo de herkommst"
Nach einem kleinen Pläuschchen, er erklärt mir, dass er hier die Sommermonate verbringt, besichtigen wir noch die alten Kurhäuser.

Wir wollen mit dem Rad nach Arreau um Stellplätze zu suchen. Dazu ist der Col de Peyresourde von beiden Seiten zu überwinden. In Saint Aventin wird die Straße gerade für die TdF neu geteert und so gibt es für uns einen kleinen, sehr steilen Umweg. Die Autos müssen aber an der Baustelle warten.
Auf der Abfahrt nach Arreau, sehen wir links unten, tief im Tal den Lac de Génos-Loudenvielle. Da lohnt sich doch gleich in kleiner Abstecher. Wir biegen nach dorthin ab und kommen nach Loudenvielle. Hier entdecken wir auch einen schönen freien Standplatz. Eine Ent- und Versorgungsstation gibt es an der Tankstelle. (N42 47 57.8 E0 24 36.7) Obwohl einige Wohnmobilisten die Entsorgung auf der öffentlichen Toilette beim Kaufmann vornehmen.
In Arreau, der Ort befindet sich im Neste-Tal, am Fuße des Col d\'Aspin, finden wir auch einen offiziellen WOMO-Stellplatz. Ob dieser aber sicherer sein soll wie unser freies Stehen, stelle ich in Frage. Das sieht in Saint Larry Soulan, wir fahren natürlich nicht über die Hauptstraße dorthin, sondern über das kleine Bergdörfchen Lancon, genauso aus.
In Saint Lary Soulan gibt es auch eine Ver und Entsorgungsstelle.(N42 48 57.3 E0 19 09.5)
Die Rückfahrt, es ist sehr heiß geworden, wird natürlich schwieriger. So sind wir froh, dass ein wenig Regen auf der Passhöhe, des Col de Peyresourde, für Abkühlung sorgt.
Diese Extremen Temperaturen werden wir auf unserer Reise noch öfter erlebe, dass wissen wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Nach 102 km sind wir wieder glücklich und zufrieden am Wagen. Leider sind mir die Schuhplatten, sie verbinden die Radschuhe mit den Pedalen, kaputt gegangen. Hoffentlich könne wir hier neue auftreiben. Mein Bruder hat Geburtstag und wir haben uns eine Telefonkarte gekauft. Es ist gar nicht so einfach damit umzugehen und erst ein Passant konnte uns auf die Sprünge helfen.
Bericht: Radtour 026, 100 km, 2370 hm

Wir wollen heute, nachdem wir die Schuhplatten gekauft und Astrids Überweisung getätigt haben, noch Einkaufen und dann nach Loudenvielle weiterfahren. Die Schuhplatten bereiten diesmal kein Problem. Der Radhändler ist ein echter Schrauberladen und mit Ersatzteilen gut bestückt. Mit der Überweisung wird es aber nichts.
Nachdem Astrid in der ersten Bank sich nach den Formalitäten erkundigt hat, geht es zur Post zur Überweisung. Das funktioniert nach einem langen Gespräch mit der Postbediensteten auch. Also Geld abheben und zurück. Aber da liegt der Hase im Pfeffer, bei der Bank Credite Agricole kann man max. 300 Euro am Tag abheben. Wir benötigen aber 1000. Nach Auskunft der Bank ist das in ganz Frankreich so. Das glaubt Astrid nicht, weil sie ja schon 500 € abgeholt hatte.
Also zum Geldautomaten der Post. Astrid 500 und ich 500, Mit den 1000 verschwindet Astrid in der Post um nun endlich die Überweisung zu tätigen. 45 Minuten später ist sie wieder draußen, ohne Erfolg. Die i-Ban-Nr. ist nicht da. Ohne dieser Nummer keine internationale Überweisung. Astrid gibt aber nicht so schnell auf und ruft Stefan an, er soll das Geld überweisen.
Nachdem ich nun Zeit hatte mir alle Kurgäste dieser Stadt anzuschauen ist sie mit dem Gespräch fertig und lacht. Nachdem wir bei Lidl waren fahren wir weiter den Peyresurde hoch. Die Straßenbauarbeiten sind fertig und kurz vor der Passhöhe biegen wir links zum Skizentrum Peyragudes Les Agudes ab. Wir sind hier so gut wie alleine und beschließen nach einem Spaziergang über Nacht hier zu bleiben. Die ganze Nacht hören wir die Regentropfen auf das Wohnmobil prasseln.
Standplatz: Les Agudes
GPS-Daten: N42 47.308 E0 28.700
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom : nein
Abfalleimer: ja

26.05.2007 Loudenville
Alles ist mit Wolken zu. Astrid läuft ½ Stunden und wir hoffen etwas tiefer im Tal, in Loudenville besseres Wetter vorzufinden. Wir finden den Parkplatz genau an der Ziellinie. Nach einem ausgiebigen Spaziergang um den schönen See, stellen wir fest, dass der Ort ein hervorragender Ausgangspunkt für Radtouren ist.
So können wir von hier aus die Kombination Peyresourde/ Superbagneres, Col d’Azet/ Pla d\'Adet / Col Ported, Peyresourde Col d\'Aspin fahren. Es stehen aber noch weitere interessante Touren zu Verfügung. Wir sind seit Beginn der Reise sehr viel gefahren und wir haben das Gefühl, dass etwas mehr Ruhe in unser Reiseleben ganz gut wäre. So beschließen wir etwas weniger zu radeln.
Standplatz: Loudenvielle
GPS-Daten: N42 47.792 E0 24.442
Versorgung: nein
Entsorgung: nein
Strom: nein
Abfalleimer: ja
Hinweis: Toilette im Nahe gelegenen Supermarkt
Entsorgungsstation an der Tankstelle (N42 47 57.5 E0 24 37.3)

27.05.2007 Loudenville
Auf jeden Fall ich möchte ein paar Tage ohne Rad verbringen und so fährt Astrid erstmal alleine über den Azet, Aspin, Ancizan und Lucon. Ich klüngele den ganzen Tag herum und relaxe und schreibe für unsere Internetseite.

Noch ein Tag ohne Rad. Es hat die ganze Nacht geregnet und am Morgen sieht es auch nicht besser aus. Gegen Mittag machen wir eine Wanderung das Tal hinauf. Wir kommen an hohe Wasserfälle vorbei und stellen fest, als die Wolken die Bergspitzen freigeben, dass es da oben geschneit hat. Auch hier im Tal sind die Temperaturen gesunken und es ist alles nass. Am Ende des Tales steht ein Pumpspeicherkraftwerk. Die Elektrizitäts-Gesellschaft hat für ihre Angestellten, hier am Ende des Tales eine ganze Siedlung erstellt. Menschen sehen wir hier allerdings nicht.

Astrid hat beim Kaufmann gesehen, dass das Wetter heute so einigermaßen sein soll. Wir wollen darum nur eine kurze Runde fahren. So richtige Lust habe ich keine. Die Tour führt das Tal hinab ins Neste-Tal nach Arreau. Hier beginnt der Aufstieg zum Col de Aspin. Er ist wunderbar zu fahren und wir haben dabei herrliche Aussichten auf das nun nimmer tiefer liegende Neste d\'Aure Tal.
Auch die Passhöhe können wir hoch oben erahnen. Ich versuche mit gleich bleibender Herzfrequenz den Anstieg zu fahren. Nach einer relativ kurzen Abfahrt biegen wir, in Payolle, links ab. Hier machen ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit diesem einmaligen Hochtal. Bei der Weiterfahrt kommen wir zum schönsten Streckenabschnitt seit Beginn unserer Reise.
Zum Anstieg des Hourquette d’Ancizan. Es ist eine fantastische Strecke. Sie führt immer ansteigend durch den Wald und ab der Baumgrenze eröffnet sich ein weites Hochtal vor uns. Kühe, Pferde, Esel und Ziegen weiden hier oben ohne irgendwelche Zaunabsperrungen. Sie schauen uns gelangweilt bei unseren Anstrengungen, den Pass zu erradeln, zu. Auch die Abfahrt ist ein Höhepunkt unserer bisherigen Touren. Immer wieder eröffnen sie beeindruckende Aussichten auf das mehrere hundert Meter unter uns liegende Tal. Auch das Ende dieser langen Abfahrt hat es in sich. Mit 20% Gefälle geht es in den Ort hinein.
Das Neste d\'Aure-Tal fahren wir wieder über eine kleine Nebenstraße zurück nach Arreau. Schnell sind wir wieder im Anstieg zum Peyresourde. Diesmal brauchen wir aber nur 300 hm überwinden um auf die Höhe von Loudenville zu gelangen. Nach 71 km und 1900 hm sind wir einer Meinung. Wir haben eine schöne Tour gefahren.
Bericht: Radtour 027, 71 km, 1900 hm

48. Reisetag
30.05.2007 Loudenville
Eigentlich haben wir zum Radeln keine Lust, doch das Wetter ist so gut, dass uns nichts anderes übrig bleibt. Unser Ziel ist das Skizentrum Superbagnères. Wir müssen dazu 2 Mal über den Peyresurde.
Die Auffahrt zum Superbagnères und die Aussichten von Ort oben, werden für uns ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Auch in Superbagnères 1800 Meter über dem Meer, sehen wir einige WOMO\'s Der Standplatz ist hier oben super, nur Wind (Sturm) darf keiner sein. Auf der Rückfahrt über den Peyresurde habe ich, eine Traininggruppe Euskatel-Fahrer ist wie ein Schnellzug an mir vorbei gezogen, den totalen Einbruch. Astrid eben noch weit hinter mir holt auf und fährt locker an mir vorbei. Sie wartet oben auf der Passhöhe und gemeinsam geht es nach Loudenvielle zurück.
Bericht: Radtour 028, 92 km, 2960 hm



31.05.2007 Loudenvielle > Espania
Wir werden morgens durch laute Trecker, Bagger und sonst welche Geräusche geweckt. In der Nacht haben wir unruhig geschlafen und nun das auch noch. Dazu hören wir die Regentropfen auf das Wohnmobil trommeln. Das reicht uns und Astrid macht den Vorschlag nach Spanien zu fahren.
Die Grenze ist nur 40 km von uns entfernt und 60 km weiter hat sie auf der Landkarte einige Seen entdeckt. Eigentlich hatte ich gedacht noch ein wenig in den Pyrenäen zu bleiben aber das Wetter ist der entscheidende Faktor.
Über Arreau erreichen wir Saint Lary und schnell befinden wir uns im Anstieg zum Bielsa-Tunnel. Die Serpentinestraße ist wunderschön angelegt und es geht mächtig bergan. Aber auch die großen LKWs fahren hierher und in den Kehren müssen wir doch aufpassen. Eine grandiose Bergwelt sehen wir zu unseren beiden Seiten. Auf über 1800 Meter über NN taucht in der Bergwand vor uns der Tunnel auf.

alter Grenzübergang am Bielsa Tunnel
Es ist ein 3 km langer, aber sehr einfacher Tunnel. Vor uns haben wir immer das Loch des Tunnelausgangs vor Augen. Irgendwann haben wir ihn erreicht und an der Grenzstation, sie ist nicht mehr besetzt, machen wir eine längere Pause. Die Weiterfahrt führt uns nun fast geradeaus, aber ständig bergab.
In Ainsa kommen wir an die großen Stauseen. Leider sind wir auf einer Schnellstraße und Standplätze sind nicht zu sehen. Nach einiger Zeit, sehen wir wie aus einer Parkbucht ein Reisemobil gerade anfährt. Es bleibt eine Zeit hinter uns und biegt auch in einen Nebenweg mit ab. Aus dem Augenwinkel erkenne ich, dass das Auto auch aus Herne kommt.
Wir biegen in der nächsten kleinen Straße ein und finden einen kleinen Standplatz.



