Wir sind ein paar Tage in Aulus-les-Bains und radeln die Pässe der näheren Umgebung ab. Dazu gehört
natürlich der Port de Lers. Der Pass kann von 3 Seiten angefahren
werden, von dem Startort Aulus-les-Bains, von Vicdessos und von Massat.
So richtig entscheiden welche die Schönere ist können wir nicht. Die
längste ist die von Aulus-les-Bains, wobei diese Auffahrt auch noch
über den Col d'Agnes verläuft.
So ist der erste Teilabschnitt identisch mit der Auffahrt zum Col
d'Agnes.
Wir starten in dem
kleinen Kurort Aulus-les-Bains. Am Kreisverkehr weisen uns Schilder
zum Col d'Agnes. Schon einige Male gehörte dieser Anstieg zu einer
Bergetappe der TdF. Kaum liegt der Ort hinter uns, steigt die Straße
auf den ersten 2 Kilometern mit über 10% an. Wir haben schnell unseren
Rhythmus gefunden. Die Straße verläuft bis zum Abzweig zum Ètang de
Garbet fast geradeaus. Mit Beginn der 7 wunderschönen Serpentinen
liegen die steilsten Stellen schon hinter uns. Einfach wird es aber
trotzdem nicht, denn bis km 7 liegt die Steigung ständig zwischen 7
und 9%. Wir werden von den wunderschönen Ausblicken von der
Anstrengung abgelenkt und gewinnen schnell an Höhe. Immer mehr Namen
der Radstars stehen nun auf der Straße. Nach 8 Kilometern macht die
Straße eine Linkskurve und verläuft am Berghang in nördlicher
Richtung. Der Ausblick ist überwältigend. Die Berggipfel kommen
nun immer näher und die nächsten 1,5 km verlaufen fast kurvenlos.
Zwei 180° Kehren läuten nun das Finale ein. Nach der ersten Kehre
entdecke ich eine Liebeserklärung an Jan auf der Straße. Ich kann mir
nicht verkneifen anzuhalten, um das auf ein Foto zu verewigen. An
schroffen Felsen vorbei führt die nun nicht mehr so steile Straße die
letzten 500 Meter bis zum Pass.
Die Weiterfahrt
zum Port de Lers bringt uns erst einmal eine Abfahrt mit dem Verlust
von 274 Höhenmetern ein. Die Straße führt dabei durch eine wild
zerklüftete, baumlose Bergwelt. Die Aussichten sind
atemberaubend. Nachdem der erste Berghang hinter uns liegt, kommt zur
rechten Seite der Ètang de Lers ins Blickfeld. Wunderbar eingebettet
liegt er inmitten der schroffen Berge. Ist der See erreicht, liegt der
Schlussanstieg zum Port de Lers vor uns. Die Straße umrundet fast den
See und steigt auf den ersten Metern sehr verhalten an. Kurz wird einmal die
10% Marke gestreift. Auf der Höhe des Gasthauses wird es für 500 Meter
sogar fast flach. Nun liegt die Steigung für 1,5 km bei 7,5%. Die
Straße liegt wunderbar einsehbar vor uns und die weidenden Tiere
lockern, zusammen mit den Hanggleitern, die Fahrt noch weiter auf.
Eine fast einen Kilometer lange Flachpassage führt uns mit weiten
Aussichten zu beiden Seiten auf den letzten Kilometer zu. Hier wird es
noch einmal steiler (7-9%) und schon von weitem können wir das
Passschild vom Port de Lers erkennen. Außer dem Schild gibt es hier
oben auch nichts anderes, kein Haus, kein Baum weit und breit, dafür
aber die Gewissheit einen wunderbaren Pass gefahren zu sein.