Wir wollen noch einmal den
Nordanstieg zum Col de Soulor fahren und finden bei unserer
Streckenplanung, wir stehen mit dem Wohnmobil in Pierrefitte und
wollen nicht die stark frequentierte D 618 fahren, die kleine Straße
über den Col de Spandelles. Es ist auf den Karten nicht ganz klar, ob
sie durchgängig geteert ist. Wir binden sie trotzdem in unsere Runde
(Col de Spandelles, Col de Soulor und Col des Bordères) ein.
Der Anstieg zum Col de Spandelles
beginnt schon in Argelès-Gazost. Kaum sind wir von der D 618 abgebogen
liegt eine steile Rampe vor uns. Noch haben wir auf den ersten 1,5 km
einige Häuser an der Straße, doch die Bebauung nimmt schnell ab und nur
vereinzelt sehen wir noch ein paar landwirtschaftliche Betriebe. Nach
ein paar Kurven ist Gez-Argelès erreicht. Im großen Bogen verlässt die
kleine Straße den Ort und wir werden von dichten Wald empfangen.
Ausblicke gibt es auf weiten Strecken nur zu den rechts von uns
liegenden Berghängen. In der Ferne sehen wir vereinzelt Gleitschirme
durch den blauen Himmel kreisen. Autos sind auf dieser Passstraße
Fehlanzeige. Die Straße ist allerdings sehr rau und weißt einige
schadhafte Stellen auf. Für die Auffahrt stellt das aber kein Problem
dar. Bei km 12 liegt in einer Spitzkehre, wie auf einem Werbefoto,
ein kleines Bauernhäuschen. Hier beginnt auch der Schlussanstieg, es
sind die letzten 2 km zum Col de Spandelles. War die Auffahrt bislang
ohne große Steigungsprozente verlaufen, so liegt die Steigung auf
diesem Finale doch deutlich über 9%.
Auf der Passhöhe gibt es keine
Bebauung und nur ein Schild weißt auf den Passübergang hin. Vor uns
haben wir nun imposante Ausblicke auf das Massiv des Aubisque. Auch
der Anblick der Westauffahrt lässt das Herz eines Bergliebhabers höher
schlagen. Auf 10 km liegen hier 24 herrliche Kurven verteilt. Leider
kommen wir bei unserem Aufenthalt nicht mehr dazu diese schöne
und auch schwere Westauffahrt zum Col de Spandelles zu fahren. Zu
viele andere Höhepunkte (Hautacam, Luz Ardiden, Pont d'Espagne;
Tourmalet) warten noch auf uns. Wir sind aber bestimmt nicht zum
letzten Mal hier.