Wir fahren den Col de Pailheres erst
zum Ende unseres Pyrenäenaufenthaltes. Warum? Ganz einfach, wir haben
ihn schlichtweg übersehen. So sind wir Anfang September noch einmal in
den östlichen Teil der Pyrenäen gefahren. Unsere Tour verläuft von Ax-les-Thermes aus in Richtung Westauffahrt des Col de Pailheres. Da
wir aber nicht auf einer Tour so gerne einen Pass hinauf, auf der
anderen Seite hinunter und wieder hinauf fahren und zudem bei unserer
Planung zu dieser Tour den Col de Pradel entdeckt haben, machen wir
eine Rundtour.
Der Ostanstieg zum Col de Pailheres beginnt an dem Straßenabzweig D
118 / D 16 nahe Usson les Bains.
Nachdem wir schon über viele km die
D 118 das Tal mit geringen Steigungszahlen hinauf gefahren sind,
steigt die Straße mit Beginn der D 18 mit 5% an. Schön zum warm
werden. Unsere Aufmerksamkeit wird auf den ersten 500 Metern auf die
Burgreste die hoch über Usson zu sehen sind gelenkt. Nach 600 Metern
zweigt nach rechts eine Straße ab, die für den LKW-Verkehr gesperrt
ist. Wir biegen hier ab und haben 5 herrliche Serpentinen vor uns.
Nach 2,5 km kommen die beiden Straßen wieder zusammen und führen gemeinsam
dem Pass entgegen. In Rouze, ein kleiner Ort rechts der Straße, ist
die Streckenführung auf unserem GPS-Empfänger nicht ganz klar. Die
Straße, die er uns leiten will, existiert anscheinend nicht. So fahren
wir nach ein wenig Streckensuchen, die Hauptstraße weiter. Sie verläuft
nach einer langen Linkskurve gegenläufig zu unserer Strecke. Nach 4
km ist die 1000 Metermarke über NN und der Straßenabzweig der D 116
erreicht.
Auf ihr biegen wir in einer 180° Kurve rechts ab. Dieser
Streckenteil ist steiler wie bisher und hat mit 15% Steigung die
Höchstmarke des Anstiegs. So steil wird es aber noch 2 Mal. Bei km 6
ist Miianès erreicht. Vor dem Ort gibt es ein kurzes Flachstück und
die Häuser sind TdF-mäßig ausgestattet. Spruchbänder und bunte
Fahrräder zieren die Hausfronten. Mit 10% Steigung führt die Straße
durch den Ort. In einer langen Geraden, sie wird durch zwei
Doppelkurven unterbrochen, geht es nun durch dichten Wald auf den Pass
zu. Es ist aber noch ein weiter Weg bis dort hin und bei km 8,5 weicht
der Wald und wir kommen zu einem wunderschönen Hochtal. Viele
Weidetiere, es sieht aus wie im Paradies, und doch sind es nur
Schlachtviecher, sehen wir zu unserer linken Seite. Am Ende des
Hochtales wird die 1500 Metergrenze überschritten. Die nun folgende
Kehrenkombination führt uns aus dem Tal hinaus und es wird wieder
waldreicher. Vor uns sehen wir nun schon das mächtige Bergmassiv des Pailheres. Bei km 12 beginnt das Finale der Ostauffahrt. 20 Kehren mit
400 Höhenmetern auf 4,4 km gilt es nun zu überwinden. Eine Kehre davon
schöner wie die andere.
Die Auffahrt erleben wir wie im Rausch.
Herrlich immer wieder die Blicke in die Tiefe und als nach der 12
Kehre der Wald zurückweicht und die schroffen Felsformationen
freigibt, wirkt das alles richtig unwirklich gigantisch. Es geht nur
alles so schnell vorbei. Ca. 1,5 km vor der Passhöhe bieten sich uns
noch mal 2 Alternativstrecken an. Eine Straße verläuft gradlinig auf
den Pass zu und eine verschwindet rechts hinter einem Felsvorsprung.
Wir wählen die Rechte Möglichkeit und sehen auf dem Straßenbelag noch
die Namen der TdF-Größen. Es ist auch die schönere Strecke zur
Passhöhe, bringt sie uns doch noch einmal ein paar Serpentinen ein.
Auch eine kurze Abfahrt gibt es, bevor die letzten 400 Meter der
Passauffahrt beginnen. Dieses gerade Straßenstück fliegt man bei 4%
Steigung förmlich bergan. An der Hütte auf dem Pass prangt groß 2001
Meter über NN. Wenn da mal nicht 2 Meter gelogen sind.
Diese grandiose Auffahrt hätten wir
fast versäumt. Die Ostauffahrt zum Col de Pailheres, gehört mit den
Auffahrten zu den Wintersportorten Luz Ardiden, Plateau de Beille und
Hautacam zu den schönsten Anstiegen in den Pyrenäen.