Es ist inzwischen Ende August
geworden und bei unserem Pyrenäenaufenthalt fehlt bei den
Passauffahrten noch die Westseite zum Col de Mentè. So fahren wir,
nachdem wir fast 14 Tage in Payolle verbracht haben, nach Saint Beat.
Der Ort liegt an der N 125 im Tal der Garonne, kurz vor der spanischen
Grenze. Im Ort versuchen wir noch dem kleinen Chateau, es liegt
oberhalb der Stadt, einen Besuch abzustatten, doch alles ist
verriegelt und verrammelt. So setzen wir unsere Fahrt in Richtung Col
de Mentè fort. Der Anstieg beginnt mit dem überqueren der
Garonnebrücke. Es bleibt uns keine Zeit, uns langsam warm zufahren,
denn unvermittelt beginnt die Steigung zur Passhöhe. Zur linken Seite
sehen wir noch die Reste riesiger Steinbrüche. Aber so richtig haben
wir dafür kein Auge, denn die Steigung beträgt von Beginn an über 8%.
Die Temperaturen, lagen sie im Tal noch bei 34° Celsius sind, dank
einer nagelneuen und noch warmen Straßendecke, auf über 38° Celsius
angestiegen.
Bis zu dem kleinen Örtchen Boutx verläuft die Straße im
leichten Linksbogen am Berghang hoch. Zur Rechten gibt es fantastische
Ausblicke ins Tal. Es bleibt steil, doch die nun folgenden Kurven
entschärfen das Ganze ein wenig. Kaum liegen sie hinter uns, haben wir
ein 1 1/2 km langes, fast gerades Teilstück vor uns. Die Steigung
liegt durchgängig über 9% und dazu verschärft die heiße Luft, die von
dem frischen Asphalt aufsteigt, die Situation. Wir sind froh als wir,
am Ende der Geraden, an der Teerkolonne vorbei fahren. Nun beginnt
eine der schönste Serpentinenfolgen der Pyrenäenpässe. 17 wunderschöne
Kehren liegen vor uns. Einige davon mit Steigungen von über 13%.
Trotz der hohen Temperaturen sind sie der reine Fahrspaß. So langsam
komme ich an meine Leistungsgrenze und nur mit allerletzter Kraft
erreiche ich die Passhöhe. Das Rad fallen lassen und unter den
Schatten spendenden Bäumen ausruhen, ausruhen und ausruhen ist das
Einzige zu dem ich in der nächsten 1/4 Stunde fähig bin. Nach
der Pause reicht es dann doch noch dazu das Wintersportzentrum Le
Mortis, es liegt noch einmal 100 Höhenmeter über der Passhöhe, zu
erkunden. Die vorgesehene Runde über weitere Pässe lassen wir
angesichts der hohen Temperaturen aus.
Die Westauffahrt zum Col de Mentè gehört für uns zu einer der
schönsten, aber auch schwierigsten Pyrenäenanstiege. Leider ist er mit
knapp 10 km nicht der Längste..